03.05.2018 11:47 Alter: 107 days

Symbiose von Wein und Tourismus

Weinparadies Ortenau lädt wieder zum Genussreigen/ Ortenauer Weinpfad wird aufgewertet

Das Weinparadies Ortenau e.V. lädt in diesem Jahr wieder zum traditionellen Genussreigen. Bei fünf Veranstaltungen stehen die Ortenauer Weine im Fokus. Bei der Mitgliederversammlung gab der Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH, Hansjörg Mair, mit seinem Vortrag zu „Wein und Tourismus“ wertvolle Impulse dazu, wie künftig Gäste an das Thema Wein gebunden werden können und welche Synergien sich zwischen Wein, Kulinarik und Tourismus ergeben.

Die Leiterin für Weintourismus, Gunia Wassmer, stellte das Hauptprodukt im Bereich Marketing vor. Die Broschüre „Viel los im Paradies“ mit einer Auflage von 20 000 gibt einen Überblick über alle Veranstaltungen und Angebote der Weinbaubetriebe, Wein-Guides und Gastgeber der Region rund um das Thema Wein. Neu ist die stärkere online Verknüpfung. So werden die Gäste und Urlauber ermutigt, ihre Erlebnisse über den Hashtag „#WeinparadiesOrtenau“ in Form von Bildern und kleinen Berichten in den sozialen Medien zu posten. „Die Website wird immer wichtiger.“ Der responsive Anteil über die Internet-Seite wächst stetig - das zeigt, dass ein Großteil der Nutzer über PC, Smartphone oder Tablet auf die Seite zugreift. 

Der Zusammenschluss von über 50 Weinbaubetrieben und 20 Kommunen sowie zwei Landkreisen blickt auf sein „Erfolgsmodell“ Wein-Guides. Als Erster in Baden hatte das Weinparadies vor zehn Jahren mit der Ausbildung der Weingästeführer begonnen. 2017 haben 23 Wein-Guides ihre Prüfung bestanden. Aktuell sind 32 Teilnehmer in der Ausbildung, es besteht weiterhin eine Warteliste, wie Gunia Wassmer bei der Sitzung im Winzerkeller Hex vom Dasenstein berichtete.

Vielfältige Kooperationen mit Badische Weinstraße, Schwarzwald Tourismus (STG), Messe Offenburg, Deutsches Weininstitut und Deutsche Zentrale für Tourismus unterstützen die Werbung fürs Weinparadies über die regionalen und Ländergrenzen hinaus. Auftritte bei Messen wie Offerta, Grüne Woche in Berlin, CMT Stuttgart, Slow Food Messe und Badische Weinmesse sind Instrumente, um die Ortenauer Weine zu präsentieren. Besonders intensiv ist die Zusammenarbeit mit dem WeinSüden Baden-Württemberg. Neu herausgekommen ist hier eine Faltkarte, die schönste Touren durch die Weinregionen aufzeigt mit Tipps zu Weinhotels, Museen oder Übernachten im Weinfass. Neue Themen sind Vinotheken und Tagen in Weinbaubetrieben. Hier wies der Vorsitzende des Weinparadies Ortenau, Dr. Ralf Schäfer, im späteren Verlauf der Versammlung auf das große Potenzial von Geschäftsreisenden hin, die regelmäßig in die strukturstarken Regionen der Ortenau kommen. Sie wolle man künftig gezielt für das Thema Wein sensibilisieren, auch zusammen mit der Touristik. 

In Kooperation mit den Kommunen und Kreisen werde derzeit eine Aufwertung des Ortenauer Weinpfads geprüft. „Weniger Asphalt und mehr Weinschleifen unter Einbindung der Weinbaubetriebe“ formulierte Gunia Wassmer die Zielsetzung.  Der Badische Weinradweg soll 2019 fertig gestellt sein.

Der Genussreigen beginnt am 4. Juli mit der Ortenauer TOP TEN Riesling Gala. „In einem Zug“ durch das Rebland geht es am 19. August mit Ziel Freilichtmuseum Vogtsbauernhof. Beim Aktionstag können nicht nur die Zugfahrer, sondern alle Besucher des Museums das Thema Wein erleben. Die Riverboat-Party am 24. August mit den drei Sterneköchen Gutbert Fallert, Otto Fehrenbacher und Bernd Werner weckt bei den Gästen Vorfreude. Ein wahrer Selbstläufer ist „Winzer, Wein und Wohngenuss“ in der World of Living in Rheinau-Linx. In zehn Häusern präsentieren die Winzer ihre Produkte. Den Abschluss des Genussreigens bildet die TOP TEN Spätburgunder Rotwein Gala am 22. November. Gebucht werden kann über www.reservix.de, was eine bundesweite Resonanz garantiert. Für 2019 plant das Weinparadies wieder einen Tag der Wein-Guides rund um Schloss Eberstein. 

Georg Lehmann legte den Kassenbericht vor. Der stellvertretende Präsident des Badischen Weinbauverbands, Franz Benz bat die Versammlung um Entlastung. Er lobte, „was die Ortenau in Gemeinsamkeit für den Wein“ leistet, „ein Glanzpunkt innerhalb des Weinlands Baden.“ 

Mit viel „Herzblut“ zeigte Hansjörg Mair die Trends bei „Wein und Kulinarik“ sowie „Wein und Erlebnis“ auf. Der Weinliebhaber ist ihm zufolge durchschnittlich 45 Jahre alt, reist mit dem Auto an und zeichnet sich aus durch hohe Tagesausgaben. „Es geht um die Wertschöpfung für die Region“, betonte der STG-Geschäftsführer. Sein Credo richtet sich daran aus, dass alles möglich ist. Wein und Winter kann ein Thema sein ebenso wie Food-Truck, Gourmet-Cycling oder Hüttenzauber auf höchstem Niveau. Dazu bedarf es aber der Veränderung, Mut zu Neuem und Ausrichtung daran, was der Gast will. „Das gemeinschaftliche Erlebnis macht es aus, ob die Gäste begeistert sind.“ Vor allem aber warb Mair für Zusammenhalt und „Stolz auf die Heimat“. Wie gut das funktionieren kann, zeigte er an seiner Heimat Südtirol auf. „Weinbau braucht Tourismus“, denn das eröffne auch große Chancen zur Direktvermarktung. Auch Kulinarik-Reisen seien ein Querschnittsthema. „Und hier hat die Ortenau immense Kompetenzen.“ 

 

Bildunterschrift: 

Blick in die Zukunft „Wein und Tourismus“ beim Weinparadies, v.l. Kappelrodecks Bürgermeister Stefan Hattenbach, Dr. Ralf Schäfer, Gunia Wassmer und Hansjörg Mair von Schwarzwald Tourismus.

Foto: suwa wortwahl